Fehldiagnose Legasthenie (Lese-und/oder Rechtschreibstörung)
Häufige Fehldiagnose für Hochbegabte
Das typische Verhalten von Hochbegabten wird leider oft falsch interpretiert.
Dazu bieten wir ein 1. kostenloses Gespräch an.
Ein Beispiel aus unseren Coachings:
Dein Kind „frisst“ voller Begeisterung und heimlich die halbe Nacht ständig und in großem Tempo neue Bücher, insbesondere Erwachsenen-Literatur oder Fach- und Sachbücher.
Und es verwendet die neu kennengelernten Begriffe begeistert und sofort in der Umgangssprache.
Im Unterricht ist Dein Kind nicht in der Lage sil-ben-wei-se aus Schulbüchern laut vorzulesen, die es oft schon vor Beginn des Schuljahres voller Neugierde gelesen hatte, in denen es also nichts weiter zu entdecken gibt.
Und warum sollte es den Text laut vorlesen, die Lehrerin hatte doch gerade alles laut vorgetragen.
Da ist die „Diagnose Leseschwäche“ nicht weit, wie sollte man sich dieses Verhalten sonst erklären.
Ein weiteres Beispiel aus unseren Coachings:
Mit seinen Eltern hat das Kind einen aufregenden Frühlingstag auf einer Wiese vor der Stadt erlebt.
Voller Begeisterung will es die Vielfalt der Erlebnisse in einem Hausaufsatz „Mein schönstes Erlebnis“ (max. 1 A4-Seite) für seine Lehrerin festhalten.
Aber es gibt unendlich viel zu berichten, und auch wie alles miteinander zusammenhängt gilt es zu notieren. Auf Seite 10 wird deutlich, dass die Schrift immer kleiner wird, weil es schnell gehen muss, um möglichst alle Gedanken und Gefühle niederzuschreiben.
Und die Hand ist so unendlich langsam, die Gedanken sind schon bei Seite 15 da schreibt die Hand immer noch an Seite 3. Schnell, schnell, damit die Gedanken und Gefühle nicht unnotiert verfliegen, da bleibt schon einmal ein „Dehnungs-H“, ein „T“ oder ein „S“ auf der Strecke.
Begeistert fällt das Kind spät abends in den Schlaf, es konnte zwar nicht alles aufschreiben, aber das Wichtigste wurde festgehalten.
Am Morgen müssen dann jedoch unbedingt doch noch mindestens 10-20 Gedanken ergänzt werden. Das Schriftbild wird durch die Ergänzungen nicht besser.
Nur die schon verspätete Abfahrt zur Schule kann den Fluss der Niederschrift unterbrechen.
Das Kind eilt dort noch vor Unterrichtsbeginn direkt auf die Lehrerin zu, um seine Gedanken mit ihr zu teilen.
Und ist zum 1. Mal enttäuscht, weil die Lehrerin nicht sofort anfängt zu lesen, sondern das Heft einfach in einen Stapel steckt.
Aufgeregt wartet das Kind auf den nächsten Tag. Wird die Lehrerin auch begeistert sein?
Dann die 2. Enttäuschung. Ohne Kommentar erhält es sein Heft zurück. Auf der 1. Seite ist jede Stelle für fehlende Buchstaben mit einen großen roten Kreis markiert. Es sind ziemlich viele Stellen. Und unten auf der 1. Seite steht fett in Rot geschrieben:
„Zu lang !!! Beachte die Aufgabenstellung !!! Aufgabe nicht erfüllt. 5 “
Mit Tränen in den Augen geht das Kind auf seine Lehrerin zu und will diese trotzdem an seinem Frühlingstag-Erlebnis teilhaben lassen und mit ihr darüber sprechen.
Da kommt die 3. und entscheidende Enttäuschung: Die Lehrerin hatte nur die 1. Seite gelesen, wusste aber nicht einmal, was es dort geschrieben hatte, weil sie, wie sie auch deutlich artikulierte:
„… mit der Fehlermarkierung schon überfordert gewesen“.
Bis zum Elterngespräch 3 Tage später hatte die Lehrerin auch ihre Erklärung gefunden:
„Legasthenie … schicken Sie Ihr Kind unbedingt sofort zur Nachhilfe, wir können das hier nicht leisten“.
Nach diesem Feedback, übermittelt durch seine Eltern, hat sich das Kind, sehr verletzt, endgültig und abschließend entschieden:
Mit dieser Lehrerin teile ich NIE wieder meine Gedanken, weder mündlich noch schriftlich.
Und durch den Förderstatus I-Kind nach der Diagnose Legasthenie hat das Kind die Grundschulzeit ohne weitere Schreib- und Lese-Probleme überstanden.
Glücklicherweise konnte es schon vor der Schulzeit Lesen und Schreiben, nutzte aber bald nur noch die Audio Transkription auf seinem iPhone.
Inzwischen bereits lange erwachsen wurde aus diesem Kind eine sehr beliebte und erfolgreiche Kinderbuchautorin, die ihre Leser auch auf ihren Lesungen begeistert.
Da auch heute für sie Sprache nicht genügt, illustriert sie Ihre Bücher auf ganz bezaubernde Art und Weise selbst.
Eine gut gemeinte, unterstützende Diagnose kehrt sich also ungewollt ins Gegenteil um.
Auf der Akademie Tutorium Berlin analysieren wir Erfahrungen verschiedener Experten aus dem Coaching mit hochsensiblen Hochbegabten und bilden Coaches für die Begleitung von hochsensiblen Hochbegabten bei Fehldiagnosen aus.